Umgang mit Kreuzkräutern auf relevanten Flächen des Naturschutzes

Ziele

Ziel des bundesweiten Projektes war es, zu einer Versachlichung einer emotional geführten Diskussion beizutragen, vorhandene Fakten zur Biologie der Kreuzkräuter und zum Gefahrenpotenzial zusammenzutragen. In einem Tagungsband sollten Wege aufgezeigt werden, wie sich Naturschutzziele und Ansprüche der Tierhalter besser vereinbaren lassen.

Im Projekt wurde der Ansatz verfolgt, aus Fakten, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und langjähriger Erfahrung im Umgang mit Kreuzkräutern beruhen, Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.

Kurzbeschreibung

Kreuzkräuter zählen zu den sogenannten Konfliktarten. Sie sind für Weidetiere und Menschen giftig und nehmen allem Anschein nach im Bestand zu. Wie zu allem, was Konflikte heraufbeschwört, gibt es Gründe und Meinungen. Natürschützerinnen und Naturschützer stellen in den Vordergrund, dass drei der vier Kreuzkrautarten zum heimischen Ökosystem gehören. Ein strategisches Bekämpfen halten sie schlichtweg für übertrieben. Landbewirtschaftende und andere Tierhalterinnen und Tierhalter sehen die Situation oft weniger entspannt. Schließlich lassen sich Wiesen und Weiden, auf denen Kreuzkräuter wachsen, nur noch eingeschränkt nutzen.

Die Gesundheit der Nutztiere steht auf dem Spiel und nicht zuletzt ist ein wirtschaftlicher Schaden vorprogrammiert. Auch Verbraucher fürchten um die Unbedenklichkeit von Lebensmitteln wie Tee oder Honig. Denn auch Imker warnen, dass ihr Honig durch Pyrrolizidin-Alkaloide, dem Gift aus den Kreuzkräutern, belastet sein kann.

Die Landschaftspflege bewegt sich oft zwischen diesen Spannungsfeldern. Ihr Ziel ist es, extensive Grünlandflächen zu erhalten und landwirtschaftlich zu nutzen.

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) hat deshalb das verfügbare Expertenwissen gesammelt und dabei auch die Praxiserfahrungen der Landschaftspflegeverbände einbezogen. Höhepunkt war eine internationale Fachtagung, die am 31. Januar und 1. Februar 2017 in Göttingen stattfand. Auf der Tagung wurde die sogenannte „Göttinger Erklärung“ zum Umgang mit Kreuzkräutern verabschiedet. Die Referentinnen und Referenten veröffentlichten in einem Tagungsband das aktuelle Wissen über Ökologie, Vorkommen, Toxizität und den Umgang mit Kreuzkräutern auf Wiesen und Weiden. Auch rechtliche Aspekte werden beleuchtet.

Ergebnisse

Im Verlauf des Projektes wurde deutlich sichtbar, dass es das eine, einfache „Kochrezept“ für den Umgang mit Kreuzkräutern nicht gibt. Wie in den vielen Projektbeiträgen und der Göttinger Erklärung aufgezeigt, ist letztlich nur ein differen­zierter Umgang möglich. Abhängig von verschiedenen Faktoren wird es Standorte geben, an denen die Kreuzkräuter wachsen dürfen, und Standorte, an denen sie zeitweise oder sogar dauerhaft bekämpft werden müssen.

Immer wieder wurde darauf hingewiesen, dass Kreuzkräuter in einer intakten Vegetationsgemeinschaft in der Regel keine Massenbestände bilden. Eine Lösung besteht daher auch daraus, artenreiche, standortangepasste Pflanzengesellschaften zu fördern. Auf solchen Flächen gibt es auch für Bienen ein so reichhaltiges Nektarangebot, dass sie die Kreuzkräuter nicht anfliegen müssen.

Die heimischen Kreuzkräuter sind Teil unserer Biodiversität, auch wenn sie wie viele andere Pflanzen Giftstoffe enthalten. Wir müssen wieder lernen, mit Kreuzkräutern zu leben und mit ihnen vorsichtig, achtsam und gelassen umzugehen.

Laufzeit

2016 - 2018

Fördermittelgeber

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