„Gemeinsame Agrarpolitik: Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen – Weiterentwicklung eines Modells zur Honorierung von Umweltleistungen der Landwirtschaft in der Agrarpolitik (GAP)“

Ziele

Ziel des Forschungs- und Entwicklungsprojektes war es, die in Schleswig-Holstein entwickelte und validierte Methode der Gemeinwohlprämie (GWP) auf ihre deutschlandweite Umsetzbarkeit auf betrieblicher Ebene und in der Agrarverwaltung zu testen und anzupassen. Weiterhin wurde die Einbindung der Methode zur Berechnung von Betriebsleistungen im Rahmen der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik nach 2020 (GAP nach 2020) diskutiert .

Kurzbeschreibung

Bei der Gemeinwohlprämie handelt es sich um ein Konzept, mit dem das Fördersystem der Gemeinsamen Agrarpolitik zukünftig nach dem Prinzip öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ ausgerichtet werden kann.

Die durch den Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) bereits in den Jahren 2011 und 2012 entwickelte Methode basiert darauf, landwirtschaftliche Betriebe für ihre erzielten flächenbezogenen Umweltleistungen zu honorieren, anstatt – wie bisher – pauschal nach dem Umfang der förderfähigen Hektarfläche zu subventionieren.

Im Projekt wird die Methode zusammen mit Verwaltung, Praxis, Wissenschaft und Politik für die Anwendung in der 1. Säule der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik weiterentwickelt.  

 

Aktivitäten

  1. Die bisherigen GWP-Maßnahmen und deren Bewertung wurden in unterschiedlichen „Landschaftsräumen“ Deutschlands überprüft, modifiziert und weiterentwickelt. Hierzu wurden von 93 Betrieben in Brandenburg, Sachsen und Baden-Württemberg Betriebsdaten erhoben.
  2. Experten des DVL haben in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Uwe Latacz-Lohmann und Dr. Gunnar Breustedt (Universität Kiel) den bisherigen Algorithmus des Punktwertverfahrens und der Berechnung der Betriebszahlungen überprüft, angepasst und Vorschläge zur Herleitung und Festlegung eines monetären Punktwertes (€ /Punkt) erarbeitet.
  3. Basierend auf einer Verwaltungsstudie die das Thünen Institut für Ländliche Räume im Auftrag des DVL durchführte, haben die Expertinnen und Experten die unterschiedliche Handhabung des Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystems (InVeKoS) in den Bundesländern durch Befragungen in Agrar- und Umweltverwaltungen untersucht. Im Fokus stand die Fragestellung, inwieweit sich modifizierte GWP-Maßnahmen über die im InVeKoS hinterlegten Informationen tatsächlich abbilden lassen und wie sie kontrolliert werden können.
  4. Der Stellenwert des GWP-Konzepts und seine Einbindung in eine neu an Gemeinwohlaspekten auszurichtende Gesamtförderarchitektur der GAP nach 2020 wurde im Rahmen einer Projektbegleitende Arbeitsgruppe fortlaufend diskutiert.

Ergebnisse

Die bundesweit anwendbare Gemeinwohlprämie beinhaltet einen Katalog von 19 Maßnahmen aus den Bereichen Biodiversitäts-, Klima- und Wasserschutz. Der Maßnahmenkatalog umfasst die Nutzungskategorien Ackerland, Grünland, Sonderkulturen und Hoftorbilanzen, aus denen Betriebe die für sie passenden Maßnahmenkombinationen auswählen können.

Die einzelnen Maßnahmen der Gemeinwohlprämie werden gemäß ihrer Wertigkeit für den Biodiversitäts-, Klima- und Wasserschutz bepunktet. Die gesamtbetrieblich er­brachten Leistungen werden honoriert, indem die erzielten Punkte summiert und vergütet werden.

Neu entwickelt wurde zudem ein Bonussystem für Maßnahmenvielfalt, mit dem die Nutzungsvielfalt in der Agrarlandschaft gefördert wird.

Die beiden Publikationen „Gemeinwohlprämie“ sowie „Steckbriefe für die Maßnahmen der Gemeinwohlprämie“ fassen die Ergebnisse zusammen.

Laufzeit

2017 - 2019

Fördermittelgeber

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