Natur verbindet: Große Laber wird 90 Kilometer langer Lebensraumkorridor
09.06.2026
Ansbach/Kelheim/Landshut/Regensburg/Straubing-Bogen/Genua – Ein grüner Korridor von europäischer Bedeutung wächst weiter: Das Projekt „Biotopverbund Große Laber“ wird erweitert. Künftig gehören auch die Landkreise Landshut und Straubing‑Bogen dazu. Gemeinsam mit Kelheim und Regensburg werden entlang der Großen Laber Maßnahmen umgesetzt, die Lebensräume für Pflanzen und Tiere verbessern und bestehende Barrieren abbauen.
Ziel des Projekts ist es, Gewässer, Wiesen und Moore zu erhalten und aufzuwerten, die Artenvielfalt zu stärken und zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Der Talraum der Großen Laber soll sich so vom Oberlauf bis zur Mündung zu einem rund 90 Kilometer langen grünen Verbindungsband entwickeln – eingebettet in die europäische Naturlandschaft entlang der Donau. Koordiniert wird das Vorhaben vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) gemeinsam mit den Landschaftspflegeverbänden der beteiligten Landkreise.
Im Fokus stehen die Auen der Großen Laber, die überwiegend als Grünland und Weideflächen genutzt werden. Durch eine bessere Abstimmung von Naturschutzmaßnahmen über kommunale und regionale Ebenen hinweg sollen sich Tier- und Pflanzenarten künftig auch außerhalb bestehender Schutzgebiete leichter ausbreiten können.
Getragen wird das Projekt von einer starken regionalen Partnerschaft: 12 Gemeinden, vier Landkreise, landwirtschaftliche Betriebe, Vereine sowie Fachbehörden aus Naturschutz, Landwirtschaft und Wasserwirtschaft arbeiten dabei eng zusammen. Die örtlichen Landschaftspflegeverbände bringen ihre langjährige Erfahrung ein – ihre Aktivitäten rund um den Biotopverbund reichen teilweise bis ins Jahr 2000 zurück.
Seit 2023 werden diese Ansätze durch eine internationale Partnerschaft weiter gestärkt. Ein wichtiger Impuls war der Besuch einer Delegation der italienischen Fondazione Capellino vom 26. bis 28. April, die das Projekt im Rahmen der europäischen Initiative EU Biodiversity Corridors (EuroBIOCOR) unterstützt. Vor Ort informierten sich die Gäste über laufende Maßnahmen und tauschten sich mit den Beteiligten über die weitere Entwicklung aus.
Die Fondazione Capellino setzt mit ihrer Unterstützung auch wirtschaftlich neue Maßstäbe: Als alleinige Eigentümerin des Tierfutterherstellers Almo Nature verfolgt sie die sogenannte Reintegration Economy. Dabei werden 100 % der Unternehmensgewinne nach Kosten und Steuern in Projekte zum Schutz und zur Wiederherstellung der Biodiversität investiert – mit dem Ziel, ökologische Schäden nicht nur zu vermeiden, sondern der Natur aktiv etwas zurückzugeben.
Ein konkretes Instrument zur Umsetzung dieses Ansatzes ist eine von der Stiftung initiierte Europäische Bürgerinitiative zur Schaffung europäischer Biodiversitätskorridore (Link). Ab September 2026 können sich Bürgerinnen und Bürger aus allen EU-Mitgliedstaaten an einer europaweiten Unterschriftensammlung beteiligen und zugleich Vorschläge für Projekte einreichen, die von der Stiftung finanziert werden.
Mit der Erweiterung des Projekts und der internationalen Unterstützung setzt der Biotopverbund Große Laber ein klares Zeichen: für vernetzte Lebensräume, mehr Widerstandskraft gegenüber den Folgen des Klimawandels, sichtbare Erfolge für einzelne Arten – und nachhaltige Perspektiven für eine intensiv genutzte Kulturlandschaft und die Menschen in der Region.
Hintergrund
Der DVL ist der Dachverband der Landschaftspflegeorganisationen in Deutschland, wie Landschaftspflegeverbände, Landschaftspflegevereine, Landschaftserhaltungsverbände, Lokale Aktionen, Biologische Stationen, Natura 2000-Stationen und Ökologische Stationen. Seine Mitglieder arbeiten mit circa 15.000 landwirtschaftlichen Betrieben, darunter knapp 2.000 Schäfereien, für den Naturschutz eng zusammen. Über 4.000 kommunale Gebietskörperschaften sind Mitglied eines Landschaftspflegeverbandes. Bundesländer wie Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen und zuletzt Rheinland-Pfalz unterstützen den Ausbau der Landschaftspflegeorganisationen, beispielsweise für eine bessere Natura-2000-Umsetzung.
Die Fondazione Capellino (Genua/Italien) ist eine gemeinnützige Einrichtung mit dem Ziel, die biologische Vielfalt zu schützen und Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen. Sie unterstützt Projekte und Initiativen in unterschiedlichen Bereichen wie dem Erhalt natürlicher Lebensräume, der Bekämpfung der globalen Erwärmung, der regenerative Landwirtschaft oder der Untersuchung der Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Biodiversität. Als alleinige Eigentümerin von Almo Nature, einer Marke für qualitativ hochwertige Tiernahrung, ist sie finanziell unabhängig und verfolgt das Modell der Reintegration Economy: Profite unternehmerischen Handelns an der Quelle allen Wirtschaftens – der Natur – zu reinvestieren.
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