Biotopverbund und Klimaschutz zum Leben erwecken! Ein integrierter Ansatz für Mensch und Natur mit Landschaftspflegeverbänden in Bayern.
Ziele
Ziel des Projektes ist die Förderung und Optimierung des Biotopverbundes sowie die Wiederherstellung und Erhaltung von Feuchtgrünland, Gewässern und Mooren mit konkreten Aktivitäten im Tal der Großen Laber. Dabei werden von den örtlichen Landschaftspflegeverbänden Maßnahmen umgesetzt, die die Gewässerstruktur verbessern, artenreiche Wiesen erhalten und ausdehnen und Moore sichern und aufwerten. Ziel ist es, mit den Maßnahmen nicht nur bessere Bedingungen für die Biodiversität zu bieten, sondern gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das Projekt soll langfristige Perspektiven für eine nachhaltig genutzte Kulturlandschaft in der Region aufzeigen und die Landnutzer und Kommunen mit einbinden.
Die Landschaftspflegeverbände in den vier LandkreisenLandshut, Kelheim, Regensburg und Straubing-Bogen arbeiten gemeinsam daran, an dem 90 Kilometer langen grünen Korridor entlang der Großen Laber Lebensräume zu vernetzen und die Artenvielfalt zu stärken.
Kurzbeschreibung
Dieses Projekt ist ein Pilotprojekt im Rahmen eines größeren europäischen Gesamtkonzepts zur Förderung des Biotopverbundes und des Artenschutzes EU Biodiversity Corridors (EuroBIOCOR). Entwickelt und finanziert wurde das Konzept von der italienischen Stiftung Fondazione Capellino mit Sitz in Genua (Norditalien), deren Ziel der Erhalt der biologischen Vielfalt und der Kampf gegen den Klimawandel ist und die weltweit Projekte hierzu unterstützt. Die Umsetzung erfolgt nun ebenfalls mit finanzieller Unterstützung dieser Stiftung.
Die Entwicklung und erfolgreiche Umsetzung dieses ehrgeizigen Projekts wird durch die wertvolle und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Landcare Germany (DVL), Fondazione Capellino und den lokalen Landschaftspflegeverbänden ermöglicht, die Naturschutzmaßnahmen durchführen, um die Landschaftsvernetzung zu verbessern. Die Maßnahmen dienen dem Schutz gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten und umfassen die Entwicklung von Korridoren und die Berücksichtigung von europäischen Verbindungsachsen wie z.B. der Donau. Der DVL koordiniert das Projekt und begleitet die Landschaftspflegeverbände bei der Umsetzung.
Nach der vorbereitenden Planungsphase in den Jahren 2023 und 2024 wurden ab 2025 die ersten Maßnahmen im Biotopverbund an der Großen Laber von den Landschaftspflegeverbänden in den Landkreisen Kelheim und Regensburg umgesetzt. Seit Anfang 2026 wurde das Projekt auf die beiden Landkreise Landshut und Straubing-Bogen ausgeweitet, so dass sich das Projekt jetzt über den 90 Kilometer langen Lebensraumkorridor vom Oberlauf bis zur Mündung der Großen Laber in die Donau erstreckt.
Ausgehend von einigen Natura2000-Gebieten sollen die Gewässer in der Aue als Leitlinien des Biotopverbundes dienen. Durch die Anlage von Trittstein-Biotopen auch außerhalb der Schutzgebiete soll der funktionale Biotopverbund gestärkt werden. Die Maßnahmen werden an Zielarten (Fließgewässer-Libellen, Laubfrosch, Sumpfschrecke) ausgerichtet, wirken aber auch auf weitere Organismengruppen positiv.
Aktivitäten
Die Umsetzungsmaßnahmen im europäischen Biotopverbund haben mit Hilfe der Stiftung Fondazione Capellino aus Italien im Jahr 2025 im Tal der Großen Laber Fahrt aufgenommen. Folgendes wurde bereits erreicht:
Wasser marsch fürs Moor!
Bei Niederleierndorf im Landkreis Kelheim fließt das Leben zurück ins Niedermoor: Durch eine gezielte Maßnahme des LPV VöF Kelheim wurde ein alter Entwässerungsgraben angezapft – jetzt kann das Wasser wieder ins Moor fließen, versickern und die Natur stärken. Das Ergebnis? Mehr Feuchtigkeit, mehr Vielfalt, mehr Lebensraum für seltene Arten.
Artenreiches Grünland
Bei Niederleierndorf wurde eine 0,6 Hektar große Fläche für die Förderung der Artenvielfalt vorbereitet: Nach Rodung und Mulchen im Frühjahr 2025 sowie Schutzmaßnahmen im Herbst ist die Fläche nun bereit für die Aussaat von autochthonem Material im Frühjahr 2026 – ein wichtiger Schritt zur ökologischen Aufwertung der Laber-Aue.
Biodiversität durch Rinderbeweidung
Im Tal der Großen Laber bei Niederleierndorf/Kelheim halten die Rinder die feuchten Wiesen offen, sorgen durch ihren Tritt für Strukturreichtum und damit für Lebensraum bedrohter Pflanzen und Tiere. Nach den Ergebnissen einer 2025 durchgeführten ornithologischen Studie sollen jetzt zusätzliche Beweidungsareale entwickelt und die extensive Beweidung mit Rindern in 2 Gebieten erweitert werden.
Labertaler Weiderind – Naturschutz trifft Kulinarik
Nachhaltige Fleischproduktion im Einklang mit Naturschutz – die extensive Rinderbeweidung im Labertal bei Langquaid im Landkreis Kelheim zeigt, wie das geht! Mit neuem Logo, Rollup und Weidezaunbanner wird auf Naturschutz durch extensive Rinderbeweidung aufmerksam gemacht und zum Genießen animiert.
Rettet den Laubfrosch!
Im Tal der Großen Laber im Landkreis Regensburg wurden 2025 bei einer gezielten Kartierung kaum noch Amphibien gesichtet – Laubfrosch und Kleiner Wasserfrosch sogar gar nicht! Damit diese Arten eine Zukunft haben, will der LPV Regensburg in den nächsten Jahren neue Laichgewässer anlegen. Gemeinsam für mehr Lebensräume und Artenvielfalt!
Gemeinschaftliche Arbeit lohnt sich!
Die mit großem Engagement von Freiwilligen des Angelsportvereins Schierling im Landkreis Regensburg im April gesetzten über 250 Weidenstecklinge an Gräben und vor allem am Ufer der Großen Laber treiben schon aus. Bald schon sorgen die Weiden für Beschattung der Gewässer und helfen Klimaschutz und Biodiversität.
Naturnahe Umgestaltung auf 5 Kilometern - Biotopverbund mit neuer Dynamik
Mit Störsteinen, Wurzelstöcken, Holzverbauungen, Kieslaichplätzen und Weidenstecklingen wurde die Große Laber bei Schierling vom LPV Regensburg im Jahr 2025 auf ca. 5 Kilometern naturnah umgestaltet. Mehr Struktur, mehr Dynamik, mehr Vielfalt, mehr Lebensraum – für eine lebendige Flusslandschaft im Landkreis Regensburg.
Neue Kieslaichplätze für mehr Leben in der Großen Laber
Zur Verbesserung der Gewässerstruktur der großen Laber bei Schierling im Landkreis Regensburg wurden zwei neue Kieslaichplätze angelegt. Hier finden z.B. Nase, Äsche und Barbe jetzt wieder Platz und perfekte Bedingungen zum Ablaichen.
Libellenmonitoring 2025
Im Sommer 2025 wurden entlang der Großen Laber im Landkreis Regensburg 17 Libellenarten erfasst – darunter fünf sicher bodenständige Arten. Besonders häufig waren die Gebänderte Prachtlibelle und die Blaue Federlibelle, während seltene Arten wie die Kleine Zangenlibelle nur vereinzelt vorkamen. Erste Empfehlungen für die Verbesserung der Lebensräume umfassen u. a. die Schaffung dynamischer Strömungszonen, das Anlegen von Stillgewässern und die gezielte Pflege und Beschattung von Uferbereichen. Diese Empfehlungen bestätigen die bereits umgesetzten Maßnahmen an der großen Laber und sollen 2026 weitergeführt werden.
Biodiversität braucht starke Partnerschaften!
In einem exklusiven Interview spricht die Europaabgeordnete Maria Noichl, Vorsitzende des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL), über ein wegweisendes Projekt: den Aufbau eines Biodiversitätskorridors in Bayern entlang der Großen Laber – unterstützt von der italienischen Stiftung Fondazione Capellino. Das Interview (Deutsch mit englischen Untertiteln) jetzt ansehen: https://youtu.be/l8mLahoYrF8
Erweiterung vom Oberlauf bis zur Mündung
Seit Frühjahr 2026 werden auch in den Landkreisen Landshut und Straubing-Bogen von den dortigen Landschaftspflegeverbänden konkrete Maßnahmen zum Biotopverbund vorbereitet - der grüne Korridor an der Großen Laber wächst weiter zu 90 Kilometer Biotopverbund vom Oberlauf bis zur Mündung in die Donau!
Wir halten Sie über Neuigkeiten zur Umsetzung in diesem wichtigen ökologischen Korridor auf dem Laufenden!
Laufzeit
2023 - 2027
Bundesland
Bayern
Regierungsbezirk
Niederbayern
Oberpfalz














