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Deutscher Landschaftspflegepreis 2020

18.12.2020

Zwei Projekte und zwei Personen werden für ihre herausragenden Leistungen zum Erhalt und zur Entwicklung der Kulturlandschaften mit dem Deutschen Landschaftspflegepreis ausgezeichnet. Pandemiebedingt wurden die Preisträger im Rahmen der Online-Mitgliederkonferenz des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) bekannt gegeben.

Ansbach – Der erste Preis der Kategorie „Innovative Projekte“ geht an die Agrargenossenschaft Groß Machnow eG und den Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg (Brandenburg) für den Aufbau eines großen Biotopverbunds durch großflächige betriebsintegrierte Ausgleichsmaßnahmen. Mit dem zweiten Preis wird das Projekt Dorf.Bio.Top! der Biologischen Stationen der Kreise Düren und Euskirchen sowie der StädteRegion Aachen (Nordrhein-Westfalen) ausgezeichnet. Das Wirken von Sebastian Petri (Moorhof/Kremmen, Brandenburg) würdigt der DVL mit dem ersten Preis der Kategorie „Engagierte Person“. Der zweite Preis dieser Kategorie wird Dieter Haag (Hohenlohekreis, Baden-Württemberg) verliehen.

Der Deutsche Landschaftspflegepreis wird seit 2005 jährlich verliehen. Die zwei Preise in den beiden Kategorien „Innovative Projekte“ und „Engagierte Personen“ sind mit insgesamt 2.500 Euro dotiert. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege als Dachverband der 181 Landschaftspflegeorganisationen in Deutschland, wie Landschaftspflegeverbände, Landschaftspflegevereine, Landschaftserhaltungsverbände, Lokale Aktionen und Biologische Stationen, lobt den Landschaftspflegepreis für herausragende Projekte sowie außerordentliches Engagement von Privatpersonen und Unternehmen aus.

Kompensationsmaßnahme Zülowniederung – 1. Preis Kategorie „Innovative Projekte“

Die Agrargenossenschaft Groß Machnow verantwortet in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg die größte zusammenhängende Kompensationsmaßnahme des jüngst eröffneten Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg (BER). Ein Großteil des Ausgleiches des seit 2013 umgesetzten Projektes in der Zülowniederung zwischen Rangsdorf, Mittenwalde und Zossen erfolgt auf Ackerflächen in enger Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben. Mit über 1.000 Hektar ist die AG Groß Machnow Hauptumsetzer des Projektes. Sie leistet damit Pionierarbeit für die Anlage großer Biotopverbundsysteme durch großflächige betriebsintegrierte Kompensation. Durch die ökologische Aufwertung von Gewässern, Wäldern, neugepflanzten Hecken und Baumreihen entsteht ein einzigartiger Natur- und Erholungsraum, der über 2.500 Hektar umfasst.

Dorf.Bio.Top! – 2. Preis Kategorie „Innovative Projekte“

Um dem Verlust der Artenvielfalt im Zuge zunehmender Verstädterung, der Auslagerung bäuerlicher Betriebe sowie dem Verlust traditioneller Kenntnisse zum Erhalt der Kulturlandschaft entgegenzuwirken, haben die Biologischen Stationen der Kreise Düren, Euskirchen sowie der StädteRegion Aachen das Projekt Dorf.Bio.Top! in der LEADER-Region Eifel ins Leben gerufen. Durch die Gewinnung regionalen Saatgutes, umfangreiche Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie der Aktivierung und Vernetzung bürgerschaftlichen Engagements wurde der Lebensraum Dorf als wichtiger Teil der Kulturlandschaft wiederbelebt. 2018 wurde Dorf.Bio.Top! bereits als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

Sebastian Petri – 1. Preis Kategorie „Engagierte Personen“

Für eine nachhaltige Nutzung vorhandener Ressourcen des Rhinluchs engagiert sich Moor-Klimawirt Sebastian Petri. Mit innovativer Technik bewirtschaftet er ehemals entwässerte Moore. Der Halter einer Wasserbüffelherde setzt sich erfolgreich für die Reaktivierung von Mooren als Kohlenstoff- und Wasserspeicher ein. Um moorerhaltende und klimafreundliche Nutzungsformen zu etablieren, entwickelt er praktische Lösungsansätze zur Verwertung feuchter Moorbiomasse. Zudem wirkt der Junglandwirt als Multiplikator zur Vermittlung landschaftspflegerischen Wissens über die Region hinaus.

Dieter Haag – 2. Preis Kategorie „Engagierte Personen“

Dieter Haag ist Schaf- und Ziegenhalter, der durch Weidetierhaltung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der einzigartigen Landschaft des Kochertals leistet. In Kooperation mit dem Landschaftserhaltungsverband Hohenlohekreis trägt er gemeinsam mit seinen Söhnen zur Offenhaltung ehemaliger Weinberglagen bei, die sich auf bis zu 200 Meter aufragenden Steilhängen erstrecken. Darüber hinaus wird durch die Beweidung ein großflächiges Verbundsystem geschaffen, das zur Erhöhung der Artenvielfalt beiträgt.

 

Weitere Informationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern sind hier abrufbar. Ab Mitte Januar 2021 werden dort zudem Filmportraits zur Verfügung stehen.

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