Sicherung der Bewirtschaftung von naturschutzfachlich hochwertigen Weideflächen in Natura 2000-Gebieten durch den modellhaften Aufbau von Schäferrevierkonzepten

Ziele

Ziel des Projekts war es, das „Schäferrevierkonzept“ als praxisnahes Planungswerkzeug für Schäfereibetriebe und Naturschutz-Flächenmanagement zu entwickeln. Damit kann die Schafbeweidung von naturschutzfachlich hochwertigen Grünlandstandorte gesichert und das Weidemanagement gelenkt werden, um Natura 2000- Arten und Lebensräume zu erhalten.

Kurzbeschreibung

Durch die Bewirtschaftung von artenreichem Grünland leisten Schäfereibetriebe einen unverzichtbaren Beitrag zum Erhalt der Lebensräume und bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Denn bestimmte, europarechtlich geschützte Lebensraumtypen (FFH-Lebensraumtypen) wie Magerrasen können nur mit der Schafsbeweidung kostengünstig gepflegt und gesichert werden. Das Schäferrevierkonzept hilft, einen Überblick über die zu beweidenden Flächen zu bekommen, Konflikte aufzuzeigen und Lösungen zu entwickeln.

Der DVL führte das Modellprojekt zur Erarbeitung von Schäferrevierkonzepten gemeinsam mit sechs Landschaftspflegeverbänden durch. Sie erarbeiteten exemplarisch acht Schäferrevierkonzepte für sechs Hüte- und zwei Koppelschafhalter mit Umtriebsweide. Aus diesen Erfahrungen entwickelte der DVL einen Leitfaden für die Erstellung der Konzepte.

Aktivitäten

Was ist ein Schäferrevier?

Als Schäferrevier wird das Gebiet bezeichnet, in dem sich ein Schäfer mit seiner Herde im Jahresverlauf bewegt. Es beinhaltet neben den Weide- und Futterflächen infrastrukturelle Einrichtungen wie Triebwege, Tränken, Pferche, Ruheplätze und Stallungen für die Tiere, die für den Schäfereibetrieb notwendig sind.

Um ein Schäferrevierkonzept zu erstellen, werden Informationen zum Bestand und Bedarf des Schäfereibetriebs und des Naturschutzes zusammengetragen, um daraus Entwicklungsvorschläge und Lösungsansätze für ein funktionierendes Schäferrevier zuerarbeiten.

Das Schäferrevierkonzept besteht aus GIS-Karten, in denen in verschiedenen Bearbeitungsstufen Informationen eingegeben werden und einen Überblick über den aktuellen Stand des Schäferreviers geben.

 

Ergebnisse

Schäferrevierkonzepte können nur Momentaufnahmen sein und sollten kontinuierlich bearbeitet werden. Dafür sind Landschaftspflegeverbände geeignete Akteure. Sie besitzen das Fachwissen, die Gebietskenntnis, sind regional vernetzt und können kontinuierliche Betreuer und Ansprechpartner sein.

Die Vorteile eines Schäferrevierkonzepts sind:

  • Dem Schäfer/der Schäferin verschafft das Schäferrevierkonzept einen Überblick über alle notwendigen Betriebsflächen samt Infrastruktur und versetzt ihn in die Lage, sein Revier nach Bedarf zu optimieren. Zudem kann es eine wichtige Hilfestellung sein, um den Betrieb für die Übergabe an einen Nachfolger vorzubereiten.
  • Naturschutz- und Landwirtschaftsbehörden hilft es, die Bewirtschaftung wichtiger Naturschutzflächen langfristig zu sichern und gegebenenfalls zu erweitern.
  • Für Kommunen dient das Schäferrevierkonzept als wichtige Grundlage bei der kommunalen Flächennutzungs- und Bauleitplanungen. Mittels Landschaftspflegemaßnahmen, aber auch Ökokonto-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen können zum Beispiel zugewachsene Flächen aufgewertet und einer Weidenutzung zugeführt werden.
  • Landschaftsplanerinnen und Landschaftsplanern in Behörden und Kommunen erhalten damit wichtige Informationen, die sie in die Konzeption von Flurneuordnungsverfahren oder Ökokonten aufnehmen können.

In der Broschüre „Schäferrevierkonzept – eine Anleitung in drei Schritten“ wird die Vorgehensweise aus den Erfahrungen der Landschaftspflegeverbände, sowie Praxisbeispiele beschrieben.

Laufzeit

2014 - 2018

Fördermittelgeber

Partner

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