KIUWIT - Netzwerk "Wiesenbrüterschutz" in Nordwest -Brandenburg

Ziele

Wer kennt sie noch, die Wiesenvögel wie: Kiebitz, Rotschenkel, Uferschnepfe, Großer Brachvogel, Bekassine? Ihre Rufe läuteten ehemals in den feuchten Wiesenlandschaften das Frühjahr ein. Doch die typischen Wiesenvögel der großen Fluss-Niederungen sind kaum noch zu vernehmen. Ihre Bestände sind in den letzten zehn, zwanzig Jahren stark zurückgegangen. Um diesen Trend aufzuhalten und umzukehren haben sich drei typische Wiesenvogelgebiete in Nordwest Brandenburg zusammen getan und das Projekt „Wiesenbrüterschutz“ initiiert.

Ziel des Projektes ist es, ein Netzwerk von Beteiligten aufzubauen, das sowohl einen intensiven fachlichen Austausch ermöglicht als auch an der richtigen Stelle Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume erarbeitet und umsetzt.

Kurzbeschreibung

Im „Unteren Elbtal“ im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, in der „Niederung der Unteren Havel“ im Naturpark Westhavelland sowie im „Rhin-Havelluch“ wählten die Antragsteller Regionen aus, in denen noch einige der Wiesenbrüter vorkommen. Gemeinsam abgestimmte Maßnahmen sollen helfen, die Situation der Bestände langfristig zu verbessern. Das Projekt erfordert eine enge Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen einer Vielzahl von Akteurinnen und Akteuren aus der Landwirtschaft, der Flächennutzung, der Wasserwirtschaft und dem Naturschutz sowie den Behörden, den Landschaftspflegeverbänden, den Kreisbauernverbänden, ehrenamtlich Helfenden und anderen regionalen Partnerinnen und Partnern.

Aktivitäten

In einem ersten Schritt wirbt die Initiative für Verständnis und bringt ein gemeinsames, zielgerichtetes Vorgehen auf den Weg. Im weiteren Verlauf werden Umsetzungsmaßnahmen so weit wie möglich vorbereitet, um Feuchtgrünland als Lebensraum für Wiesen­brüter zu renaturieren.

Ergebnisse

Ursprünglich haben die Wiesenvögel in Kolonien im Feuchtgrünland gebrütet und ihre Feinde, wie z. B. den Fuchs, gemeinsam vertrieben. Heute sind Arten wie Kampfläufer, Uferschnepfe und Großer Brachvogel aus vielen Regionen Brandenburgs verschwunden. Übrig geblieben ist der Kiebitz mit zumeist sehr wenigen Brutpaaren, so dass eine Koloniebildung gar nicht mehr möglich ist. Heute findet man Kiebitz-Gelege häufig auf Ackerflächen, die aufgrund ihrer guten Tarnung von den Landwirten gar nicht gesehen werden. So gab es auch im ersten Projektjahr die Überraschung, dass es mehrere Brutversuche von Kiebitzen im Brädikower Luch (Ost-Havelland) gab, die dort sehr versteckt auf Ackerflächen gebrütet hatten und bisher nicht aufgefallen waren. Im nächsten Frühjahr werden die Landwirte darauf hingewiesen und können die Gelege bei der Bodenbearbeitung umfahren.

Die Projektbeteiligten richten ihren Fokus auf Erweiterungsmöglichkeiten feuchter Grünlandbereiche. Das Jahr 2022 diente dazu, sich einen Überblick über die Brutgebiete zu verschaffen. In den nächsten beiden Jahren sollen konkrete Flächen zum Anstau ausgewählt und ein längerer Wasserrückhalt in den Brutgebieten umgesetzt werden. Dafür müssen alle Beteiligten ins Boot geholt und gemeinsam effiziente Maßnahmen entwickelt werden.

Laufzeit

2022 - 2024

Bundesland

Brandenburg

Fördermittelgeber

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Europäische Union

Land Brandenburg

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