NeMoS - Netzwerk moorschonende Stauhaltung

Ziele

1. Aufbau eines Netzwerkes zum Erfahrungsaustausch und der Kompetenzerweiterung der Akteure

Der Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung e.V. (LFV NNN)  übernimmt als Netzwerker mit seinen umfangreichen praktischen Erfahrungen der Bewirtschaftung von nassem Moorgrünland und seiner Verankerung in der Region eine Übermittlerrolle. Die  Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNEE)  bringt Kompetenzen in der Landnutzung mit Blick auf den Stand der Wissenschaft zur Verfügbarkeit und Wirkung unterschiedlicher Moornutzungsformen ein und ist Organisator und Moderator für die geplanten Netzwerktreffen.

2. Erfassung der Wirkung und Effekte der AUKM Moorschonende Stauhaltung auf den Standort, den Grasbestand und den landwirtschaftlichen Betrieb

  • Grundwassergänge erfassen - Um festzustellen, welche Auswirkungen der Wasseranstau in den Gräben auf die Fläche hat, wurden in den Untersuchungsgebieten Pegel gesetzt, die über die Projektlaufzeit Moorwasserstände aufzeichnen.
  • Bodeneigenschaften analysieren - Die Böden des genutzten Moorgrünlands verändern sich mit der fortwährenden Entwässerung und dem Grad der Nutzungsintensität. Um die Nährstoffverfügbarkeit, den Vererdungsgrad sowie die Lagerungsdichtung der Torfe durch die Verfestigung zu Beginn der Maßnahme Moorschonende Stauhaltung zu bestimmen, werden Bodenproben je Untersuchungseinheit genommen und in einem Labor analysiert. Des Weiteren wird der Oberboden je nach Degradierungsgrad klassifiziert in stark zersetzt, vererdet und vermulmt. 
  • Vegetationsaufnahmen - Je nach Standortverhältnissen, Nutzungshistorie und aktueller Nutzung ist eine charakteristische Vegetation ausgeprägt. Diese wird auf den Betriebsflächen kartiert und bezüglich ihres Futterwertes und ihrer Zeigerfunktion für die Standortgegebenheiten ausgewertet und bewertet.

3. Analyse der Hürden bei der Antragstellung des Agrarantrags

Die Antragsstellung für die Moorschonende Stauhaltung soll u.a. bzgl. des Aufwands und der Förderfähigkeit geprüft werden

4. Ableitung von politischen und landwirtschaftlichen Handlungsempfehlungen zur Umsetzung der AUKM Moorschonende Stauhaltung

Diese werden in Form einer Broschüre veröffentlicht.

5. Bekanntmachung der AUKM Moorschonende Stauhaltung auf regionaler (Brandenburg) und nationaler Ebene

Eine projektbegleitende Arbeitsgruppe aus Vertreter*innen verschiedener Bereiche wie der Landnutzung, der Wissenschaft, der Interessenverbände und der Großschutzgebiete unterstützt mit einer breit gestreuten Kompetenz die Projektarbeit in all ihren Facetten. Die Projektbeteiligten fungieren dabei als Multiplikatoren, die die Klimaschutzmaßnahme sowie die Projektergebnisse weitertragen. Es werden Anreize geschaffen, weitere Akteur*innen zur Teilnahme am Projekt zu motivieren.

Aktivitäten

  • Pegel installiert,
  • Moorbohrungen durchgeführt
  • Öffentlichkeitsarbeit, u.a. Flyer, Website veröffentlicht
  • 1. Netzwerktreffen „Brandenburgs Moore klimafreundlich bewirtschaften - Chancen für die Landwirtschaft“ durchgeführt
  • Bodenanalysen des Oberbodens ausgewertet
  • Interviews mit Landnutzer*innen begonnen
  • 2. Netzwerktreffen mit Landwirtschaftsberater*innen zur Moorbewirtschaftung umgesetzt
  • Auswertung der Feldarbeit und Interviews
  • Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung der Moorschonenden Stauhaltung erarbeitet
  • 3. Netzwerktreffen: Online-Tagung „Stauhaltung im Niedermoorgrünland“ durchgeführt
Moor-Raupe beim Mähen einer Weide im Moor

Ergebnisse

Bewertung der AUKM Moorschonende Stauhaltung

Stärken der AUKMSchwächen der AUKM
  • Vergütung von schwer bewirtschaftbaren und ertragsschwachen Flächen
  • Nutzung bleibt weiterhin möglich
  • Einfache Handhabung und Kontrollierbarkeit der Staumarke
  • Sehr gute Zusammenarbeit mit und Unterstützung durch den technischen Dienstleister (kostenloses Angebot für die Betriebe)
  • Inwertsetzung von Moorschutz-Bemühungen der Landnutzer*innen
  • Förderung von Moor- und Klimaschutz
  • Stabilisierung des Wasserhaushaltes
  • Verbesserung der Bodenqualitäten
  • Reduktion der Treibhausgasemissionen
  • Kurze Förderdauer von 5 Jahren
  • Erreicht bisher keine intensiv genutzten oder Hochertragsstandorte, wenige außerhalb von Schutzgebieten
  • Relativ hohe Ablehnungs-Quote der Agaranträge
  • Anträge können nur einzelne Betriebe stellen, keine LPVs, Betriebszusammenschlüsse, etc.
  • Fehlende Verwertungsmöglichkeiten, hohes betriebliches Risiko
  • Unsicherheiten bei der Arbeit mit der Maßnahme bei Behörden
  • Differenzierte Informationen über das Förderinstrument erreichten erst langsam Zielgruppen
  • Kaum fachliche Moorschutzberatung vorhanden, fehlende Ansprechpartner*innen

 

Laufzeit

2018 - 2020

Fördermittelgeber

Land Brandenburg

Europäische Union

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