Moor- und Klimaschutz (MoKli) – Praxistaugliche Lösungen mit Landnutzern realisieren

Ziele

Da organische Böden ein hohes Klimaschutzpotenzial haben, ist es das Ziel des Projektes, in fünf Modellregionen Landwirtinnen und Landwirte zu informieren und zu gewinnen, ihre Bewirtschaftung von entwässerungsbasierter auf nasse Moornutzung umzustellen. Gemeinsam mit dem Greifswalder Moorcentrum arbeitet der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) daran, die politischen Rahmenbedingungen für Betriebe, die auf nassen Mooren wirtschaften, zu verbessern - auf EU-Ebene sowie im Bund und in den Bundesländern.

 

Kurzbeschreibung

Organische Böden haben ein hohes Klimaschutzpotenzial. Derzeit sind circa 95 Prozent der Moorböden in Deutschland entwässert und zum größten Teil in land- und forstwirtschaftlicher Nutzung. Moorböden sind mit circa 39 Prozent eine der Hauptquellen für Treibhausgasemissionen aus der deutschen Landwirtschaft, obwohl sie mit 8 Prozent nur einen kleinen Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche ausmachen. Durch eine Anhebung der Wasserstände und eine angepasste Bewirtschaftung von Moorböden durch Paludikultur, also den Anbau und die Ernte nässetoleranter Pflanzen, oder durch extensive Beweidung kann eine erhebliche Verminderung der Treibhausgasemissionen auf diesen Flächen erreicht werden.

Experten und Expertinnen vor Ort beraten landwirtschaftliche Betriebe mit Flächen in Moorgebieten und zeigen Produktionswege zur Verwertung von Moor-Biomasse und Finanzierungsmöglichkeiten auf.

 

Aktivitäten

Der DVL arbeitet in fünf Modellregionen mit regionalen Verbänden, Multiplikatoren und Schlüsselpersonen zusammen, um mit Landwirtinnen und Landwirten wirtschaftliche und klimaschonende Bewirtschaftung in die Fläche zu bringen.

Diese Regionen sind:

  • Bayern: Schwäbisches Donaumoos
    Ansprechpartnerin: Anja Schumann, Tel.: 08221/7441 E-Mail: schumann@arge-donaumoos.de
  • Brandenburg: Rhinluch, Ansprechpartnerin:
    Carolin Priefert, Tel.: 0159/012 093 06 E-Mail: c.priefert@lpv.de
  • Mecklenburg-Vorpommern: Obere Peene - Kummerower See
    Ansprechpartnerin: Dr. Jasmin Schomakers, Tel.: 038459/669 801 E-Mail: j.schomakers@lpv.de
  • Niedersachsen: Teufelsmoor und umgebende Moorgebiete im Landkreis Osterholz-Scharmbeck mit Gnarrenburger Moor
    Ansprechpartnerinnen: Luise Reiher, Anna Bartel, Tel.: 05774/997-6441 E-Mail: l.reiher@lpv.de, a.bartel@lpv.de
  • Schleswig-Holstein: Miele- und Windberger Niederung
    Ansprechparterin: Christina Homberger, Tel.: 0481/680 825 E-Mail: Homberger@dhsv-dithmarschen.de

Ergebnisse

Durch Entwicklung von Bewirtschaftungsszenarien in den Modellregionen werden Probleme und Lösungsansätze veranschaulicht.

Darüber hinaus erarbeitet der DVL ein Berufsbild für Landbewirtschaftende in Mooren: den Moorklimawirt. Beispielhaft wirtschaftende Landwirtinnen und Landwirte werden in einer Broschüre vorgestellt, die Anfang 2021 erscheint.


Leitbild Moorklimawirt

Ein Moorklimawirt ist ein Landwirt, der Klimaschutzleistungen bei der Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Moorböden oder anderen organischen Böden erbringt. Die Klimaschutzleistung erfolgt über die Minderung von Treibhausgas-Emissionen bzw. der Fixierung von Kohlenstoff durch Wasserstandsanhebung auf mindestens schwach torfzehrende Verhältnisse bis zum Erhalt hoher, moortypischer Wasserstände.

Beispiele für derartige Bewirtschaftungen sind: 

  • Nasswiesen- und Nassweidenbewirtschaftung
  • Anbau von Paludikulturen
  • Nutzungsauflassung bei hohen Wasserständen

 

Laufzeit

2019 - 2022

Fördermittelgeber

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