IsWEL - In-situ-Erhaltung von Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft (WEL) mittels Schirmarten

Ziele

1. Wissensvermittlung und Bewusstseinsschaffung

Ziel ist es, das Bewusstsein für Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft (WEL) und die Notwendigkeit der Etablierung von genetischen Erhaltungsgebieten (GenEG) zu stärken. 

2. Förderungen über die GAK etablieren

Des Weiteren sollen Hemmnisse in den Bundesländern analysiert und die Länder bei der Programmierung geeigneter Fördermaßnahmen unterstützt werden. Ziel ist es, eine dauerhafte Finanzierung von Kartierung, Einrichtung und Pflege von genetischen Erhaltungsgebieten (GenEG) zu etablieren.

3. Bottom-up-Ansatz ausbauen

Ziel ist es, die Einrichtung genetischer Erhaltungsgebiete (GenEG) in ausgewählten Modellregionen zu prüfen. Hierfür sollen Landschaftspflegeverbände geeignete Flächen vorschlagen und begleiten. Es sollen praxisnahe Managementempfehlungen und Fördermodelle entwickelt werden, um ein bundesweit tragfähiges Netzwerk genetischer Erhaltungsgebiete aufzubauen.

Kurzbeschreibung

Zahlreiche unserer Kulturpflanzen besitzen verwandte Wildarten, die auch in Deutschland vorkommen. Die genetische Vielfalt dieser sogenannten Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft (WEL) stellt eine wichtige Ressource für die Pflanzenzüchtung dar und trägt wesentlich dazu bei, Kulturpflanzen an aktuelle Herausforderungen wie den Klimawandel anzupassen.

Für viele der rund 2.500 in Deutschland vorkommenden WEL-Arten trägt Deutschland eine besondere Verantwortung. Zahlreiche dieser Arten sind bereits gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Vor diesem Hintergrund wird derzeit die Einrichtung sogenannter genetischer Erhaltungsgebiete (GenEG) als Instrument zum langfristigen Schutz dieser wertvollen genetischen Ressourcen diskutiert.

Die hohe Bedeutung von WEL-Arten und die Notwendigkeit ihrer Erhaltung werden bislang weder in der Landwirtschaft noch im Naturschutz oder in der breiten Öffentlichkeit ausreichend wahrgenommen. 

Deshalb setzt der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) gemeinsam mit dem Julius-Kühn-Institut (JKI) ein Modell- und Demonstrationsvorhaben um.

 

Aktivitäten

  • Ansprache und Einbindung von Landschaftspflegeverbänden (LPV) zur Identifizierung geeigneter Flächen für die Einrichtung genetischer Erhaltungsgebiete (GenEG) für WEL.
  • Entwicklung und Einsatz standardisierter Bewertungsinstrumente zur fachlichen Beurteilung potenzieller Flächen.
  • Fachliche Vor-Ort-Prüfung potenzieller GenEG-Standorte, einschließlich:
    • Erfassung prioritärer WEL-Arten,
    • Dokumentation wesentlicher Standortmerkmale,
    • Erstellung einer aussagekräftigen Fotodokumentation,
    • Bewertung der naturschutzfachlichen sowie förderrechtlichen Eignung.
  • Analyse der Umsetzungsmöglichkeiten auf geeigneten Flächen unter Berücksichtigung relevanter Förderprogramme, insbesondere der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK, Förderbereiche 4H und 4I) sowie weiterer Instrumente des GAP-Strategieplans.
  • Erstellung übersichtlicher Standortsteckbriefe für GenEG und potenzielle GenEG-Kandidaten als Grundlage für Information, Kommunikation und Beteiligung lokaler Akteure.
  • Fachliche Auswahl und Nominierung geeigneter GenEG-Kandidaten für den Aufbau eines langfristigen Erhaltungsnetzwerks.
     

Das Projekt ist Teil des Forschungsprojekts IsWEL am JKI: Forschungsprojekte-Julius kühn-Institut 

 

Laufzeit

2026 - 2027

Bundesland

bundesweit
Bayern
Hessen
Sachsen-Anhalt

Fördermittelgeber

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Partner

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