Fledermausschutz durch Kuh und Co.

Ziele

„Fledermausschutz durch Kuh und Co.“ (FleKuCo) ist ein fünfjähriges Verbundprojekt von DVL, BUND Naturschutz in Bayern, der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie acht Landschaftspflegeverbänden. Ziel des Projekts ist es, durch extensive Weidehaltung in der Nähe bekannter Fledermauskolonien attraktive Jagdhabitate für die Fledertiere zu schaffen.

Viele unserer heimischen Fledermausarten sind in ihrem Bestand gefährdet. Wie alle insektenfressenden Tiere sind auch sie vom Insektensterben betroffen und zusätzlich durch den Verlust von Lebensräumen und Quartieren sowie durch weitere Umweltveränderungen unter Druck geraten. Indem großflächig strukturreiche Weidelandschaften in Bayern wiederhergestellt und ausgeweitet werden, verbessert das Projekt die Lebensbedingungen der Fledermäuse.

Forschung und Praxis zeigen: Große Pflanzenfresser sind essenziell für artenreiche Lebensräume. Mit ihrem Fraß- und Trittverhalten formen sie ein Vegetationsmosaik aus Kräutern, Gräsern, Büschen, Bäumen sowie offenen Bodenflächen und Kleingewässern, das vielen Arten ein Zuhause bietet. Weil Wisent, Auerochse und Elch, die einst in Mitteleuropa heimisch waren, ausgerottet wurden und in unserer Kulturlandschaft nicht mehr vorkommen, müssen Nutztiere ihre ökologische Rolle übernehmen. Sie haben im Rahmen der traditionellen bäuerlichen Landwirtschaft einst ein artenreiches Bayern geschaffen. Auf den Projektflächen geben wir ihnen diese Rolle zurück. So fördert das Projekt die Biodiversität und belebt zugleich eine fast verschwundene Kulturlandschaft neu.

Realisiert wird das Vorhaben in neun Projektgebieten in Bayern, wo vor allem der Große Abendsegler (Nyctalus noctula), auf dem im Projekt ein Fokus liegt, wichtige Überwinterungsquartiere findet. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung des Nahrungsangebots: Die Maßnahmen in den Gebieten zielen darauf ab, die Lebensbedingungen für Insekten zu verbessern und ihre Bestandsdichte zu erhöhen. So entsteht nach und nach ein nahrungsreicher Lebensraum für bedrohte Fledermäuse und viele weitere Arten.

Kurzbeschreibung

Rinder, Pferde, Yaks und Wasserbüffel im Naturschutzeinsatz: Der DVL und der BUND Naturschutz in Bayern haben sich mit neun weiteren Projektpartnern aus Bayern in dem fünfjährigen Verbundprojekt „Fledermausschutz durch Kuh und Co.“ zusammengeschlossen, um durch extensive Weideflächen insektenreiche Fledermauslebensräume zu schaffen.

Das Projekt wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen des Nationalen Artenhilfsprogramms (nAHP) gefördert. Das Teilprojekt des Donautal-Aktiv e.V. erhält zudem Mittel der Lechwerke AG. 

Diese Website gibt die Auffassung und Meinung des Zuwendungsempfängers des Nationalen Artenhilfsprogramm wieder und muss nicht mit der Auffassung des Zuwendungsgebers übereinstimmen.

Zum Projektsteckbrief

Aktivitäten

Diese Maßnahmen werden sukzessiv umgesetzt:

  • extensive Weideflächen mit Rindern, Pferden, Wasserbüffeln und Yaks auf rund 1.000 Hektar mit geringem Viehbesatz etablieren bzw. ausweiten
  • durch Neuanlage von Stillgewässern oder Wiedervernässung Feuchtlebensräume erhalten, entwickeln und miteinander vernetzen,
  • durch Gehölzstrukturen zusätzliche Lebensräume schaffen,
  • Fledermauskästen auf und in Nähe der Weiden anbringen,
  • im Rahmen eines Teilvorhabens Beweidung einer schwer zugänglichen Auenlandschaft durch eine behirtete Rinderherde, deren Tierwohl im Rahmen eines Teilvorhabens wissenschaftliche von der Ludwig-Maximilians-Universität begleitet wird
  • Erkenntnisse und Erfahrungen sammeln, die für den Fledermausschutz in anderen Regionen genutzt werden können, und durch gezielte Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit verbreiten.

Die Maßnahmen fördern nicht nur Fledermäuse. Der zunehmende Strukturreichtum auf den extensiven Weideflächen stärkt insgesamt die Biodiversität in der Kulturlandschaft. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Artenreichtums und zur ökologischen Aufwertung der Projektflächen.

Laufzeit

2026 - 2030

Bundesland

Bayern

Fördermittelgeber

Partner

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