Ackerwildkraut-Wettbewerb 2020 in Oberfranken

Ziele

Biodiversität stärkt den natürlichen Lebensraum Acker und fördert Nützlinge. Ackerwildkräuter können einen sehr wertvollen, bisher unterschätzten Beitrag zur Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen leisten. Gleichzeitig sind sie die vom Naturschutz mit am stärksten vernachlässigte Pflanzengruppe.

Ziel des Ackerwildkraut-Wettbewerbs ist es, diesen oft unscheinbaren Arten mehr Beachtung zu schenken. Außerdem soll innerhalb des Wettbewerbs Wissen und Vertrauen geschaffen werden, dass es sich bei ökologisch wertvollen Ackerwildkräutern nicht um Problemunkräuter handelt, da sie sich nicht ertragsmindernd auf die Kulturart auswirken, die Druschfähigkeit erhalten bleibt und das Erntegut frei von Verunreinigungen bleibt.  

Der Ackerwildkraut-Wettbewerb kann aufzeigen, wie sich Interesse am Naturschutz und Landwirtschaft vereinen lassen.  

Prämiert werden Äcker, auf denen zwischen der Feldfrucht seltene Ackerwildkräuter wie zum Beispiel der Venuskamm, Spatzenzunge, Frauenspiegel oder Bauersenf wachsen und damit eine Arten- und Strukturvielfalt bilden.

Kurzbeschreibung

Ackerwildkräuter wie Rittersporn, Kornrade und Lämmersalat waren durch viele Jahrhunderte bunte Begleiter der Nahrungsmittelerzeugung auf den Äckern. Etwa drei Viertel aller in Deutschland vorkommenden Wildkräuter sind mit dem Getreideanbau nach Mitteleuropa eingewandert. Der zunehmende wirtschaftliche Druck auf die Landwirtschaft führt seit Jahrzehnten dazu, dass Äcker auf nährstoffarmen Böden aufgegeben und bestimmte Feldfrüchte wie Lein oder Emmer aufgegeben wurden. Nicht aufgegebene Äcker wurden durch den Einsatz von Kunstdüngern und Herbiziden intensiviert. Zudem wurde die Saatgutreinigung perfektioniert.

Diese und viele andere Faktoren führen zu einem immer stärkeren Artenschwund im Lebensraum Acker. „Ackerwildkräuter“ ist die am stärksten zurückgegangene Pflanzengruppe in Mitteleuropa. Mit dem Verschwinden der Ackerblumen verschwindet auch eine Vielzahl speziell auf sie angewiesener Insektenarten.

Aufgrund der geologischen Verhältnisse ist Oberfranken in weiten Teilen von mageren, teils ertragsschwachen Standorten geprägt. Staunässe und feuchte Böden sowie flachgründige, sandig trockene und steinige Böden im Fränkischen Keuper-Lias und rund um den Frankenwald bestätigen dieses Bild. Andererseits bietet die Frankenalb neben guten, intensiv bewirtschafteten Lössböden auch noch viele steinige Kalkscherbenäcker, die die besten Voraussetzungen für eine artenreiche Ackerflora bieten.

Mithilfe des Wettbewerbes soll auf das Vorkommen seltener Ackerwildkräuter aufmerksam gemacht werden.

Aktivitäten

Bei einem Pressegespräch im Landkreis Lichtenfels, im Rathaus von Ebensfeld, am 3. März 2020 wurde der offizielle Start des Projektes bekannt gegeben. 27 Landwirte hatten daraufhin ihre Äcker zum Wettbewerb angemeldet, davon 23 ökologisch und 4 konventionell wirtschaftende Betriebe. Die Wettbewerbsäcker werden getrennt nach diesen beiden Kategorien bewertet.

In beiden Kategorien gibt es für den jeweils 1. und 2. Platz Gutscheine für einen Aufenthalt in einem Biohotel im Wert von 300 € und 200 €, die Drittplatzierten und alle weiteren Preisträger erhalten Sachpreise und eine Artenliste ihres Ackers.

Nach Anmeldeschluss im Frühjahr 2020 hatte der Pflanzenexperte Otto Elsner, der die angemeldeten Flächen innerhalb des Projektes kartiert, die Flächen begutachtet und insgesamt 128 Arten gefunden. Am 1. Juli 2020 folgte ein Pressegespräch an einem Wettbewerbsacker im Landkreis Forchheim, um einige Funde in den noch stehenden Beständen zu präsentieren und um die Ziele und Hintergründe des Projekts zu erläutern.

Die Prämierung der Siegeräcker findet am 16. September 2020 im Wettbewerbsgebiet statt.

Im Jahr 2014 führte der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V. zusammen mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und dem BUND Naturschutz in Bayern (BN) zum ersten Mal den Wettbewerb „Blühende Ackerwildkräuter“ durch. Erste Austragungsregion war Unterfranken.

Im Jahr 2016 fand dieser Wettbewerb in leicht abgewandelter Form unter dem Titel „Ackerwildkraut-Wettbewerb“ statt und wurde zusammen mit den Ökologischen Anbauverbänden Bayerns, dem BN und der LfL in der Oberpfalz durchgeführt.

2018 fand der „Ackerwildkraut-Wettbewerb in Niederbayern statt. In diesem Jahr wurde der Wettbewerb vom DVL, der LfL, dem BN und dem Biolandverband gemeinsam ausgeschrieben.

Laufzeit

2020 - 2020

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