Ackerwildkraut-Wettbewerb 2018 in Niederbayern

Ziele

Biodiversität stärkt den natürlichen "Lebensraum Acker" und fördert Nützlinge. Ziel des Ackerwildkraut-Wettbewerbs ist es, seltene Arten wieder zu entdecken und den oft unscheinbaren Arten mehr Beachtung zu schenken. Prämiert werden Äcker, auf denen zwischen der Feldfrucht seltene Ackerwildkräuter wie zum Beispiel der Frauenspiegel, Ackerrittersporn, Kornrade oder Lämmersalat wachsen und damit eine Arten- und Strukturvielfalt bilden.

Kurzbeschreibung

Ackerwildkräuter wie Rittersporn, Kornrade und Lämmersalat waren durch viele Jahrhunderte bunte Begleiter der Nahrungsmittelerzeugung auf den Äckern. Etwa drei Viertel aller in Deutschland vorkommenden Wildkräuter sind mit dem Getreideanbau nach Mitteleuropa eingewandert. Der zunehmende wirtschaftliche Druck auf die Landwirtschaft führt seit Jahrzehnten dazu, dass Äcker auf nährstoffarmen Böden aufgegeben und bestimmte Feldfrüchte wie Lein oder Emmer aufgegeben wurden. Nicht aufgegebene Äcker wurden durch den Einsatz von Kunstdüngern und Herbiziden intensiviert. Zudem wurde die Saatgutreinigung perfektioniert.

Diese und viele andere Faktoren führen zu einem immer stärkeren Artenschwund im Lebensraum Acker. „Ackerwildkräuter“ ist die am stärksten zurückgegangene Pflanzengruppe in Mitteleuropa. Mit dem Verschwinden der Ackerblumen verschwindet auch eine Vielzahl speziell auf sie angewiesener Insektenarten.

Die Region Niederbayern zeichnet sich aufgrund der geologischen Verhältnisse durch unterschiedliche Agrargebiete aus: Einerseits prägt das intensiv genutzte Gäugebiet das Bild, andererseits existieren im ostbayerischen Mittelgebirge eher extensiv genutzte Flächen. Mithilfe eines Wettbewerbes soll auf das Vorkommen seltener Ackerwildkräuter aufmerksam gemacht werden.

Aktivitäten

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL), die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, (LfL), der Biolandverband und der BUND Naturschutz in Bayern (BN) hatten einen gemeinsamen Wettbewerb ausgeschrieben, um sowohl bei den niederbayerischen Landwirtinnen und Landwirten, als auch in einer breiteren Öffentlichkeit die Problematik des Artenrückgangs auf Ackerflächen ins Bewusstsein zu rufen.

Ergebnisse

24 Landbewirtschaftende aus den neun Landkreisen Niederbayerns meldeten sich zum Wettbewerb an, 19 Öko- und 5 konventionelle Betriebe waren darunter. Vor dem Hintergrund, dass Niederbayern für seine produktive Landwirtschaft bekannt ist, kann sich das Ergebnis sehen lassen: Der Kartierer entdeckte über 150 unterschiedliche Arten, davon 23, die auf der Roten Liste Bayerns stehen und die unter den landesweit üblichen Bewirtschaftungsbedingungen in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen sind.

Der Gewinner in der Kategorie „Ökologischer Landbau“ aus dem Landkreis Kelheim konnte auf seinem Acker über 50 Arten, darunter fünf besonders seltene Arten, wie zum Beispiel das Rispen-Lieschgras, nachweisen. Der Siegeracker der Kategorie „konventionelle Landwirtschaft“ im Landkreis Rottal-Inn beherbergte 30 Ackerwildkrautarten, darunter mit dem Gefurchten Feldsalat eine Rote Liste Art.

Doch nicht die reine Zahl an Ackerwildkräutern und deren Schutzstatus waren entscheidend für die Platzierung. Betriebe, die ohne Zuhilfenahme von Vertragsnaturschutzprogrammen ihre gemeldete Fläche ackerwildkraut-freundlich bewirtschaftet haben, wurden mit zusätzlichen Punkten belohnt. Die Veranstalter möchten auf diesem Weg insbesondere das freiwillige, unentgeltliche Engagement der Landwirtinnnen und Landwirte anerkennen.

Im Jahr 2014 führte der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V. zusammen mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und dem BUND Naturschutz in Bayern (BN) zum ersten Mal den Wettbewerb „Blühende Ackerwildkräuter“ durch. Erste Austragungsregion war Unterfranken.

Im Jahr 2016 fand dieser Wettbewerb in leicht abgewandelter Form unter dem Titel „Ackerwildkraut-Wettbewerb“ statt und wurde zusammen mit den Ökologischen Anbauverbänden Bayerns, dem BN und der LfL in der Oberpfalz durchgeführt.

Im Jahr 2018 fand der „Ackerwildkraut-Wettbewerb in Niederbayern statt. In diesem Jahr wurde der Wettbewerb vom DVL, der LfL, dem BN und dem Biolandverband gemeinsam ausgeschrieben.

Laufzeit

2018 - 2018

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