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Vielfalt in der Fläche schaffen!

20.09.2022

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) fordert, für wirksamen Klima- und Artenschutz die Praxiserfahrungen der deutschen Landschaftspflegeorganisationen zu nutzen. Bei der Eröffnung des Deutschen Landschaftspflegetages 2022 unterstrich der Dachverband der deutschen Landschaftspflegeorganisationen, dass wirksamer Schutz nur mit praxisnahen Förderprogrammen gelingen könne.

Ansbach/Eckernförde - Biodiversität und Klima lassen sich nur dann erfolgreich schützen, wenn Maßnahmen auf regionaler Ebene angepackt und umgesetzt werden. Als regionale, freiwillige Zusammenschlüsse aus Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen verfügen die deutschen Landschaftspflegeorganisationen über die nötigen Erfahrungen, Moore zu vernässen, Schutzgebiete zu angepasst zu bewirtschaften oder den Biotopverbund in der Kulturlandschaft zu gestalten. Unter dem Motto „Wasser – Leben – Klimaschutz“ diskutieren vom 20. bis 22. September über 200 Teilnehmende in Eckernförde deshalb Möglichkeiten, durch praxisnahe Förderung Klima- und Artenschutz in die Fläche zu bringen.

„In Deutschland sind in zweidrittel der Fläche 190 Landschaftspflegeorganisationen aktiv. Unsere Verbände sind nicht nur Ideengeber, von ihnen gehen die entscheidenden Impulse für die notwendige Umsetzung von Maßnahmen vor Ort aus. Voraussetzung hierfür sind aber praxisorientierte Förderprogramme, die Landschaftspflege in Kooperation von landwirtschaftlichen Betrieben und Kommunen attraktiv macht.“, erklärte Maria Noichl, MdEP, neu gewählte Vorsitzende des DVL.

Landschaftspflegeorganisationen sind innovative Ideengeber

„Der DVL und seine Landschaftspflegeverbände sind wichtige Partner bei der nachhaltigen Gestaltung unserer Kulturlandschaft. Sie sind mit ihrem Netzwerk ‚Kümmerer‘ in den Regionen vor Ort und zugleich Ideengeber für innovative Lösungsansätze und Partner bei der praktischen Umsetzung. Ihre tägliche Arbeit ist es, Schutz und Nutzung gerade unserer Agrarlandschaft erfolgreich zu verbinden. Ihre Ideen und Vorschläge sind wichtige Ansätze“, unterstrich Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, MdB.

Landschaftspflegeorganisationen bringen Ökologie und Ökonomie zusammen

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther betonte: „Die Landschaftspflegeorganisationen leisten wichtige Arbeit, in dem sie Ökonomie und Ökologie verbinden, Klimaschutz mit Naturnutzung zusammenbringen und tragfähige Praxisnetzwerke bilden, in denen Menschen zusammenkommen, die Natur nutzen und die Kulturlandschaft pflegen.“

Tragende Säule in Schleswig-Holstein

Um die jahrzehntelange Praxiserfahrung der Landschaftspflegeorganisationen, in Schleswig-Holstein „Lokale Aktionen“ genannt, zu verstetigen, übergab Umweltminister Tobias Goldschmidt einen Förderbescheid der Landesregierung: „An der Schnittstelle von Naturschutz, Landwirtschaft und Politik leistet der DVL seit Jahrzehnten hervorragende Arbeit. Mit der neuen Förderung wird der DVL auch in die Lage versetzt, unsere Biodiversitätsstrategie Kurs Natur 2030 in Schleswig-Holstein zu unterstützen und noch mehr Naturschutz in die Fläche zu bringen.“

Erneuerbare Energien, Europäische Agrarpolitik und Wasserknappheit

Im Fokus des Deutschen Landschaftspflegetages stehen zudem die Potentiale der solaren Energieerzeugung in der Agrarlandschaft für Klima- und Artenschutz sowie die Hemmnisse und Möglichkeiten der GAP zum Erreichen der Gemeinwohlziele. Die Bedeutung der Ressource Wasser und der Umfang mit deren Knappheit wird ebenfalls in einem Fachforum diskutiert. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, wie durch angepassten Nutzung Wasserqualität gewährleistet werden kann.

 

HINTERGRUND

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL). e.V. lädt jedes Jahr zum Deutschen Landschaftspflegetag ein. Vorträge sind in Kürze auf der Website des DVL öffentlich zugänglich. Die Veranstaltung wird gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.

Der DVL ist der Dachverband der 190 Landschaftspflegeorganisationen in Deutschland (Landschaftspflegeverbände, Landschaftspflegevereine, Landschaftserhaltungsverbände, Lokale Aktionen, Biologische Stationen und Natura 2000-Stationen). Sie arbeiten mit über 10.000 landwirtschaftlichen Betrieben für den Naturschutz eng zusammen. Bundesländer wie Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen und zuletzt Hessen unterstützen den Ausbau der Landschaftspflegeorganisationen, um eine bessere Natura-2000-Umsetzung zu erreichen.

Die im DVL zusammengeschlossenen Verbände sind rechtlich selbständige Zusammenschlüsse von Landwirt*innen, Naturschützer*innen und Kommunalpolitiker*innen, die sich gemeinsam für den ländlichen Raum und den Erhalt artenreicher Kulturlandschaften einsetzen. Die verschiedenen Gruppen wirken innerhalb der Verbände gleichberechtigt und freiwillig zusammen. Der Vorstand ist mit jeweils der gleichen Zahl an Personen aus den drei Bereichen zusammengesetzt. Diese Drittelparität sorgt für eine breite gesellschaftliche Akzeptanz in den Regionen, da die praktische Arbeit der Verbände von der Kooperation dieser Gruppen getragen wird.

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