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Überbetrieblichen Naturschutz stärken!

07.10.2021

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) fordert, Leistungen der Landwirtschaft für Umwelt- und Klimaschutz endlich angemessen zu honorieren. Im Rahmen der DVL-Praxistage Brandenburg unterstrich der Dachverband der deutschen Landschaftspflegeorganisationen die Vorzüge kooperativ organisierter Zusammenschlüsse, die seit über drei Jahrzehnten erfolgreich betriebsübergreifenden Umweltschutz praktizieren.

Ansbach/Potsdam – Die Landwirtschaft spielt nicht nur bei der Gestaltung unserer Kulturlandschaften eine zentrale Rolle. Auch für wirkungsvollen Klima- und Umweltschutz sind ihre Leistungen unentbehrlich. Manche Naturschutzleistungen sind überbetrieblich besser umsetzbar und dadurch betriebswirtschaftlich attraktiver. „Nach drei Jahrzehnten täglicher Praxis haben die brandenburger Landschaftspflegeverbände umfangreiche Erfahrungen. Die Bündnisse aus Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen sind ein wirkungsvolles Instrument, um Klimaschutzmaßnahmen in die Fläche zu bringen!“, unterstrich Josef Göppel, Vorsitzender
des DVL.

Passende Agrarumweltmaßnahmen und gezielte Förderung

Damit Umweltschutzmaßnahmen wirken, müssen sie betriebs- und landschaftsübergreifend konzipiert sein. Im Rahmen der DVL-Praxistage betonte Axel Vogel, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg: „Bundesweit arbeiten Landschaftspflegeverbände regional und in guter Kooperation von Landwirtschaft und Naturschutz vor Ort, um den ökologischen Zustand unserer Landschaften zu verbessern. Seit Jahren pflegen die brandenburgischen Landschaftspflegeverbände naturschutzbedeutsame Flächen und setzen damit Maßnahmen der Pflege- und Entwicklungsplanung landesweit in unseren Schutzgebieten und der Natura 2000-Managementplanung in FFH-Gebieten um. Über die Umsetzung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen findet eine Strukturanreicherung der Landschaft statt und es werden über die Ersteinrichtung von aus der Nutzung gefallenen Flächen die Voraussetzungen für die notwendige langfristige Pflege geschaffen. Wir werden uns in der kommenden EU-Förderperiode verstärkt dafür einsetzen, die Herausforderung des Agrarnaturschutzes mit bewährten und neuen Förderinstrumenten anzugehen. So soll die kooperative Antragstellung von Agrarumweltmaßnahmen ermöglicht werden und damit beispielsweise der Moorbodenschutz durch die Förderung von hoher Wasserhaltung auf betriebsübergreifenden Flächen befördert werden oder auch die Schaffung von Biotopverbundflächen auf Acker- und Grünlandflächen. Die Landschaftspflegeverbände sind hierbei wichtige Partner.“

Regionalität und Flexibilität

Die Erfahrung der 181 im DVL zusammengeschlossenen Landschaftspflegeorganisationen zeigt, dass gerade überbetriebliche Gemeinschaften Maßnahmen besser auf regionale Zielsetzungen ausrichten und die Flexibilität von Landwirtinnen und Landwirten erhöhen. Landwirt Helmut Querhammer, der mit seinen Wasserbüffeln auf landschaftsverträgliche Weise naturschutzfachlich wertvolle Moorstandorte pflegt, bestätigte: „Landschaftspflege ist für mich ein wichtiges betriebswirtschaftliches Standbein, das ich dank des örtlichen Landschaftspflegeverbandes aufbauen konnte. Statt mich mit bürokratischen Hürden zu quälen, profitiert mein Betrieb von der zentralen Koordination der Maßnahmen. Das Projekt „Blaues Band der Havel“ ist dafür das beste Beispiel! Auch die Expertise des Verbandes ist für mich ein Mehrwehrt, gerade die praxisnahe Umsetzungsberatung und der organisierte Erfahrungsaustausch.“

Die DVL-Praxistage Brandenburg finden vom 7. bis 8. Oktober 2021, unter anderem in Marquardt (Potsdam), statt. Dabei präsentierten Vertreterinnen und Vertreter der 13 brandenburgischen Landschaftspflegeorganisationen ihre Arbeit und diskutierten mit Expertinnen und Experten über aktuelle Herausforderungen.

Hintergrund

Der DVL ist der Dachverband der 181 Landschaftspflegeorganisationen in Deutschland (Landschaftspflegeverbände, Landschaftspflegevereine, Landschaftserhaltungsverbände, Lokale Aktionen, Biologische Stationen und Natura 2000-Stationen). Sie arbeiten dabei mit über 10.000 landwirtschaftlichen Betrieben für den Naturschutz eng zusammen. Bundesländer wie Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen und zuletzt Hessen unterstützen den Ausbau der Landschaftspflegeorganisationen, um eine bessere Natura-2000-Umsetzung zu erreichen.

Die im DVL zusammengeschlossenen Verbände sind rechtlich selbständige Zusammenschlüsse von Landwirtinnen und Landwirten, Naturschützerinnen und Naturschützern sowie Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern, die sich gemeinsam für den ländlichen Raum und den Erhalt artenreicher Kulturlandschaften einsetzen. Die verschiedenen Gruppen wirken innerhalb der Verbände gleichberechtigt und freiwillig zusammen. Der Vorstand ist mit jeweils der gleichen Zahl an Personen aus den drei Bereichen zusammengesetzt. Diese Drittelparität sorgt für eine breite gesellschaftliche Akzeptanz in den Regionen, da die praktische Arbeit der Verbände von der Kooperation dieser Gruppen getragen wird.

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