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Grünlandförderung neu gedacht: Experten legen praxistauglichen Vorschlag zur Förderung artenreicher und klimaschützender Wiesen und Weiden vor.

10.09.2026

Zu komplizierte Regelungen verhindern eine EU-Förderung ausgerechnet auf ökologisch wertvollen Grünlandflächen. Dies geht zulasten gesamtgesellschaftlicher Leistungen unserer landwirtschaftlichen Betriebe. Deutschland hat nun die Chance, unbürokratische Kriterien für Grünlandförderung zu definieren – die Gespräche finden aktuell statt. Appell an die deutsche Verwaltung für praxistauglichere Wege. Fachleute aus ganz Deutschland unter Koordination der Universität Kassel präsentieren einen konkreten Lösungsvorschlag.

Kassel/Ansbach – Landwirtinnen und Landwirte, die vernässte, baum- oder gebüschreiche Wiesen und Weiden bewirtschaften, leisten einen herausragenden Beitrag zum Klimaschutz, zum Erhalt der Biodiversität, zum Hochwasser- und Moorschutz und sogar zur immer wichtiger werdenden Waldbrandprävention. Dennoch gehen sie bei der Verteilung der staatlichen Fördergelder häufig leer aus. Der Grund dafür sind komplexe Regelungen, die zu hohem Aufwand bei der Umsetzung und zu enormen Sanktionsrisiken für die Betriebe führen.
Nun haben Bund und Länder von der EU-Kommission den Handlungsspielraum erhalten, eigene, praxistaugliche Vorgaben für die Förderung dieser Flächen festzulegen. Ob die zuständigen deutschen Behörden diese Chance für eine echte Entbürokratisierung ergreifen, wird aktuell entschieden.

Wissenschaft und Praxis liefern Lösungsvorschlag
Um diesen Prozess gezielt zu unterstützen und den Ministerien einen konstruktiven Weg aufzuzeigen, haben Grünland-Expertinnen und -Experten aus ganz Deutschland unter der Federführung der Universität Kassel und des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) einen Vorschlag für eine neue Definition erarbeitet. Der Vorschlag zeigt auf, wie der bürokratische Aufwand für Betriebe und Verwaltung verringert werden kann und Fördergelder genau dort ankommen, wo Betriebe durch ihre spezifische Bewirtschaftung den größten Wert für das Allgemeinwohl schaffen.

„Mit unserem Vorschlag schließen wir eine Lücke zwischen Natur- und Umweltleistungen der Landwirtinnen und Landwirte und der Agrarförderung. Betriebe, die Artenvielfalt und Klimaschutz auf ihren Wiesen und Weiden sichern, dürfen nicht benachteiligt werden. Wir appellieren an die zuständigen Ministerien, diese Chance jetzt zu ergreifen.“, erklärt Anne Hopf von der Universität Kassel.

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