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Gras-Biomasse als Rohstoff der Zukunft: Drei Bioökonomie-Ideen geehrt

01.07.2026

Im Ideenwettbewerb „Bioökonomie im ländlichen Raum“ des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) wurden drei Gewinnerprojekte geehrt, die zeigen, wie bislang wenig genutzte Gras-Biomasse zu regionaler Wertschöpfung, Klimaschutz und dem Erhalt von Kulturlandschaften beitragen kann. Die prämierten Konzepte reichen von der Kaskadennutzung von Extensivgras über biologisch abbaubare Pflanztöpfe aus Wiesengras bis zur Umwandlung kommunalen Grünguts in Pflanzenkohle. Die vorgestellten Ansätze greifen zentrale Fragestellungen auf, Die vorgestellten Ansätze greifen zentrale Fragestellungen auf, die in einem DVL-Fachaustausch zu Gras-Bioökonomie im Herbst diskutiert werden sollen.

Ansbach, 01.07.2026 – Wie kann Gras-Biomasse stärker als Rohstoff einer nachhaltigen Bioökonomie genutzt werden? Antworten auf diese Frage lieferten die drei ausgezeichneten Projekte des Ideenwettbewerbs Bioökonomie im ländlichen Raum. Die DVL-Vorsitzende Maria Noichl (MdEP) würdigte die Preisträgerinnen und Preisträger als Vorreiter einer regionalen und nachhaltigen Bioökonomie: „Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie aus regional vorhandener Biomasse innovative Wertschöpfung entstehen kann. Sie verbinden Klimaschutz, Ressourceneffizienz und regionale Entwicklung und machen Mut für die Zukunft unserer ländlichen Räume.“ Alle Ideen eint das Ziel, bislang wenig genutzte Gras-Biomasse sinnvoll zu verwerten und daraus ökologische sowie wirtschaftliche Mehrwerte zu schaffen.

Ausgezeichnet wurden:

Futtertrocknung Lamerdingen eG mit dem Konzept „Vom Halm über Insekten zur Wärme – Kaskadennutzung von Extensivgras“. Das Projekt setzt auf eine mehrstufige Verwertung von nicht futterwürdigem Gras als Pellets – von der Insektenmast über die Herstellung von Pflanzenkohle bis hin zur Nutzung der entstehenden Wärme in der eigenen Trocknungsanlage.

Ammersee Obstbau GmbH mit der Idee „Verpackungen aus der Wiese“. Hier sollen Mahdgut von Obstwiesen und Schafwolle zu kompostierbaren Pflanztöpfen für die Obstbaumvermehrung verarbeitet werden. 

NABU Edertal für die stoffliche und energetische Verwertung von kommunalem Grüngut. Durch die Umwandlung von Landschaftspflegegras in Pflanzenkohle sollen Kommunen Kosten senken, zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten erschließen und gleichzeitig die extensive Pflege wertvoller Flächen langfristig sichern.

Frank Wagener vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement betonte in seinem Vortrag, dass es auf die regionalen Akteure ankommt und wie diese die Stoff- und Geldströme in der Region analysieren, um damit Grundlagen für eine ländliche und bioökonomische Wertschöpfung erarbeiten zu können. Denn der Reichtum des ländlichen Raumes liegt in den Potenzialen des bewirtschafteten Landes, kluger Ideen und sinnvoller Wertschöpfungsketten, um z.B. fossilen durch grünen Kohlenstoff ersetzen zu können.

Gras-Bioökonomie ist ein Zukunftsthema

Die ausgezeichneten Ideen verdeutlichen, dass sich viele Akteure über die Verwertung von anfallender Gras-Biomasse ohne Tierhaltung Gedanken machen und Lösungen erarbeiten. Vor dem Hintergrund rückläufiger Tierbestände und damit veränderter Nutzungsstrukturen gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Gras von Dauergrünland künftig stofflich und energetisch genutzt und damit als Rohstoff für eine biobasierten Wirtschaft eingesetzt werden kann. Der DVL plant am 07. Oktober dieses Jahres einen Fachaustausch zu Gras-Bioökonomie, der sich genau diesem Thema widmet. Im Mittelpunkt stehen Potenziale und Verwertungspfade für Grünland-Biomasse, regionale Wertschöpfungsketten sowie ökologische und wirtschaftliche Herausforderungen. 

DVL-Geschäftsführer Dr. Jürgen Metznersieht in den ausgezeichneten Projekten wichtige Impulse für die weitere Entwicklung: „Die Gewinner zeigen, dass der Aufwuchs unserer Wiesen ein wertvoller und nachhaltiger Rohstoff ist. Mit innovativen Nutzungskonzepten können wir neue regionale Wertschöpfung schaffen und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt unseres Dauergrünlands leisten. Genau darüber wollen wir beim Fachaustausch Gras-Bioökonomie mit Praxis, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ins Gespräch kommen.“

Der Fachaustausch wird gemeinsam mit dem DAFA-Fachforum Grünland und dem Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) durchgeführt. Ziel ist es, Grünlandbiomasse als Baustein der Bioökonomie sichtbar zu machen, Wissen zu bündeln und neue Kooperationen sowie Wertschöpfungspfade anzustoßen. Langfristig sollen daraus Strategien und Pilotvorhaben für eine wirtschaftlich tragfähige und nachhaltige Nutzung von Grünlandbiomasse entstehen.

Weitere Informationen unter www.ideenwettbewerb.dvl.org 

Das Projekt Ideenwettbewerb Bioökonomie wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert und von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) betreut.

Der DVL ist der Dachverband von 200 Landschaftspflegeorganisationen in Deutschland (Landschaftspflegeverbände, Landschaftserhaltungsverbände, Lokale Aktionen und Biologische Stationen). Sie arbeiten mit über 10.000 landwirtschaftlichen Betrieben für den Naturschutz zusammen. 

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