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Ackerwildkräuter gesucht! Wettbewerb für Landwirtinnen und Landwirte in Mittelfranken ausgelobt

24.02.2022

Ob ökologischer oder konventioneller Anbau – Mitmachen und anmelden bis zum 15. April 2022 lohnt sich beim diesjährigen Ackerwildkraut-Wettbewerb des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL), Bayerischer Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Bioland-Verband und BUND Naturschutz in Bayern (BN). Zum fünften Mal suchen die Veranstalter den artenreichsten Acker, dieses Mal in Mittelfranken.

Ansbach – Ackerwildkräuter wie Rittersporn, Kornrade und Lämmersalat waren durch viele Jahrhunderte bunte Begleiter der Nahrungsmittelerzeugung auf den Äckern. Der zunehmende wirtschaftliche Druck auf die Landwirtschaft führt seit Jahrzehnten dazu, dass Äcker vor allem durch Kunstdünger, Herbizide und durch die Einengung der Fruchtfolgen intensiviert wurden. Unrentable Äcker auf nährstoffarmen Böden wurden vielfach aufgegeben.

Diese Faktoren tragen zu einem immer stärkeren Artenschwund im Lebensraum Acker bei. „Der Verlust an Ackerwildkräutern führt auch zu Verlusten bei den bestäubenden und auf Ackerwildkräuter spezialisierten Insekten, wie zum Beispiel Wildbienen. Der Lebensraum Acker verarmt leider zunehmend, so dass auch die Vögel der Feldflur immer weniger Nahrungsgrundlage haben und auch hier drastische Rückgänge stattfinden“, erläutert Marion Ruppaner, BN-Agrarreferentin.

Ziele des Wettbewerbs

Ziel des Wettbewerbs ist es, diesen oft unscheinbaren Arten wieder mehr Beachtung zu schenken. „Prämiert werden Äcker, auf denen zwischen der Feldfrucht auch noch seltene Ackerwildkräuter wachsen. Sie können einen sehr wertvollen, bisher immer noch unterschätzten Beitrag zur Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen liefern. Der Ackerwildkraut-Wettbewerb will aufzeigen, wie sich Naturschutz und Landwirtschaft vereinen lassen,“ betont Maike Fischer, DVL-Projektleiterin.

„Wir hoffen auf eine rege Teilnahme, denn natürlich geht es uns nicht nur um die Sieger! Für jeden Bauern ist es eine großartige Chance zu erfahren, was auf seinen Äckern wächst und die eine oder andere schöne Überraschung zu entdecken!“, meint Katharina Schertler von Bioland.

Kartierer nimmt Artenvielfalt auf

Zwei getrennte Wertungssysteme für ökologische und konventionelle Erzeuger ermöglichen allen Landwirtinnen und Landwirten sich trotz unterschiedlicher Produktionsweisen für den Wettbewerb zu qualifizieren.
Die Veranstalter freuen sich über die Anmeldung jedes landwirtschaftlichen Betriebes in Mittelfranken, der seltene Arten in seinem Acker vermutet. Ein Kartierer wird im Frühsommer alle gemeldeten Ackerflächen begutachten und sich dazu vorab mit der Landwirtin oder dem Landwirt in Verbindung setzen. Die erhobenen Daten werden dem jeweiligen Betrieb zur Verfügung gestellt und vertraulich behandelt.

Anmeldefrist 15. April 2022

Info-Flyer liegen bei den Ämtern für Landwirtschaft und den Landschaftspflegeverbänden aus. Eine Anmeldung ist bis zum 15. April erforderlich, vorzugsweise online unter www.dvl.org – wobei nur die ersten 35 Anmeldungen berücksichtigt werden können. Eine Online-Veranstaltung für Interessierte zur Anmeldung am Wettbewerb findet am 14. März 2022 statt.

In beiden Kategorien gibt es für den jeweils 1. und 2. Platz Gutscheine für einen Aufenthalt in einem Biohotel im Wert von 300 € und 200 €, die Drittplatzierten und alle weiteren Preisträgerinnen und Preisträger erhalten Sachpreise sowie eine Artenliste ihres Ackers. Die Prämierung der Siegeräcker findet am 20. Oktober 2022 im Wettbewerbsgebiet statt.

Hintergrund des Wettbewerbs erläutert Dr. Franziska Mayer vom Institut für Agrarökologie der Landesanstalt für Landwirtschaft: „Wir als Gesellschaft sind dafür verantwortlich, die Artenvielfalt in der Agrarflur und somit auch unsere Ackerwildkräuter zu erhalten. Ihre Vielfalt ging in den letzten Jahrzehnten immer stärker zurück und viele gehören inzwischen zu den seltenen und gefährdeten Pflanzenarten.“ Vor acht Jahren begann der Wettbewerb im Bezirk Unterfranken und folgte dann im zweijährigen Rhythmus mit zunehmender Teilnehmendenzahl in der Oberpfalz, in Niederbayern und in Oberfranken.

 

Gefördert vom Bayerischen Naturschutzfonds aus Mitteln der GlücksSpirale, der Regierung von Mittelfranken aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz und dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

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