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Zukunftsweisende Konzepte für Mittelgebirgsbetriebe

17.12.2021

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) gibt die Siegerideen des Wettbewerbes „Modellbetriebe Bioökonomie in den Mittelgebirgen“ bekannt. Der Dachverband der 188 Landschaftspflegeorganisationen in Deutschland fordert, Mittelgebirgsregionen als Innovationsschmieden strukturell besser zu fördern.

Ansbach – Aus dem Abfallprodukt Schafwolle wird ökologischer Landzeitdünger, Borkenkäferholz wird zu fruchtbarer Erde veredelt und Heu wird zu einem vielseitig einsetzbaren Baustoff in Form von Strängen verarbeitet. Mit dem DVL-Ideenwettbewerb werden Modellbetriebe gewürdigt, die das Potenzial nachwachsender Rohstoffe und Nahrungsmittel in den Mittelgebirgsregionen nachhaltig erschließen.
Gesucht wurden Innovationen aus allen Teilen land- und forstwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten:
von der Erzeugung, über die Verarbeitung bis hin zum Vertrieb. Jetzt stehen die Siegerideen fest.

Verbreitung der Ideen voranbringen

Die Jury hat herausragende Bewerbungen ausgewählt und prämiert. Jetzt geht es darum, die Innovationen auch anderen Mittelgebirgsregionen zugänglich zu machen. „Unsere Preisträger sind Vorbilder für andere Betriebe in Mittelgebirgsregionen. Aus unserer Sicht sollten neue Wertschöpfungsformen besser in die Aus- und Weiterbildung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe integriert werden“, fordert Dr. Jürgen Metzner, Geschäftsführer des DVL.

Um die Innovationen sichtbarer zu machen, organisiert der DVL im Sommer 2022 Betriebsbesichtigungen und porträtiert die Siegerideen in einer Broschüre. Von 13. bis 14.10.2022 wird in Fulda ein Fachkolloquium zur Bioökonomie in den Mittelgebirgen ausgerichtet. Ziel ist es, Ideen weiterzuentwickeln und neue Kooperationen zu fördern.

Strukturelle Unterstützung notwendig

Bereits in der 2018 entwickelten „Mittelgebirgsstrategie 2030“ forderten Expertinnen und Experten eine bundesweite Investitionsförderung für land- und forstwirtschaftliche Betriebe in den Mittelgebirgen. Um die Diversifizierung und Spezialisierung zu unterstützen, werden zusätzlich spezifizierte Beratungs- und Ausbildungsangebote benötigt. Mittelgebirgsprodukte müssen im länderspezifischen Agrarmarketing und der Marktförderung berücksichtigt werden. Dies sind Beispiele dafür, wie die Entwicklung der Regionen strukturell unterstützt werden muss.

„Der DVL-Wettbewerb hat gezeigt, dass es herausragende Ideen für die zukunftsfähige Entwicklung der Mittelgebirgsbetriebe im Bereich der Bioökonomie gibt. Jetzt müssen wir diese Ideen in die Fläche bringen und hierfür wird ganz klar die Unterstützung der Politik benötigt,“ erklärt Metzner.

Kriterien der Siegerauswahl

Wie innovativ sind die Ideen? Können sie langfristig wirtschaftlich umgesetzt werden? Wie tragen die Ideen zur Wertschöpfung für die Region bei? Welchen Beitrag leisten sie zum Schutz von Biodiversität, Umwelt und Klima und der Entwicklung der Kulturlandschaft? Und besonders wichtig: Können die Konzepte weiter ausgebaut und auf andere Mittelgebirgsbetriebe übertragen werden?

Diese Fragen diskutierte eine 12-köpfigen Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Bereiche Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Verwaltung und Wissenschaft, wie dem Deutschen Bauernverband, dem Verband Deutscher Naturparke oder der Deutschen Vernetzungsstelle ländlicher Räume. Als Ergebnis wurden neun Ideen in drei Kategorien auserlesen, die die Jury für die Weiterentwicklung der Betriebe und der biobasierten Wirtschaft in den Mittelgebirgen als zentral einstuft.

Kategorie: Innovative Produkte

  • „RhönWollets“, Biohof Schlemmbach, Rhön
  • „Terra Preta“, Pfefferhof, Bayerischer Wald
  • „Heustränge als Baustoff“, Heu-Heinrich, Thüringer Wald

Kategorie: Gesamtbetriebliche Konzeption

  • Brockenbauer, Harz
  • Biohof Hartmann, Rhön
  • Biolandhof Bannmühle, Nordpfälzer Bergland

Kategorie: Wertschöpfungsketten & Kooperation

  • „Gemeinschaftsbiogasanlagen“, Agrokraft GmbH, Rhön
  • „Nibelungenkorn“, AG Gewässerschutz und Landwirtschaft, Odenwald
  • „Steuobstschätzle“, LEV Schwarzwald Baar Kreis, Schwarzwald & Schwäbische Alb

Hintergrund

Weitere Informationen zu den Siegerideen sind auf der Website des DVL-Ideenwettbewerbs abrufbar. Das Projekt wird von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) betreut und durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Der DVL ist der Dachverband der 188 Landschaftspflegeorganisationen in Deutschland (Landschaftspflegeverbände, Landschaftserhaltungsverbände, Lokale Aktionen und Biologische Stationen). Sie arbeiten mit über 10.000 landwirtschaftlichen Betrieben für den Naturschutz eng zusammen.

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